Samstag, 23. Juli 2011

Neuigkeiten Mitternachtsspuren und Interview mit Zeti

Liebe Leser,

zuerst möchte ich ein paar Neuigkeiten über die Mitternachtsspuren loswerden. Sie liegen gerade im Gegenkorrektorat und die Chancen stehen gut, dass der Killer Kendrick und die süße Morven pünktlich erscheinen. Auch wenn manche schottische Ausdrücke, für Verwirrung gesorgt haben. Aus meinem Bog Moss (einer alten Heilpflanze) wurde kurzerhand ein Big Moose (ein großer Elch). Mir steht noch immer ein sehr breites Grinsen auf dem Gesicht. Ich nahm geradewegs die britische Redewendung: An excuse of a man und da sie mir so gut gefällt, übersetzte ich sie geradewegs ins Deutsche: Die Entschuldigung eines Mannes, anstatt die Witzfigur eines Mannes (grinsel und räuspel).

Der liebe Zeti hat bereitwillig meine neugierigen Fragen beantwortet. Er malt wunderschöne detailreiche Bilder, gern auch mit einem erotischen Ansatz. An seinen Antworten kann ich sehr viele Parallelen zum Schreiben ziehen. Der Entstehungsprozess ist sich sehr ähnlich. Genießt seine Bilder und die Antworten, es lohnt sich.
 

Danke lieber Zeti, dass Du meine neugierigen Fragen beantwortest. Er malt seit über 30 Jahren.



LM    Deine Bilder sind immer mit sehr viel Liebe zum Detail ausgearbeitet. Deine Leidenschaft zur Malerei spiegelt sich auch darin wieder. Planst Du das ganze Bild durch?

Z       Ja, ich gehe an meine Bilder schon sehr methodisch heran und bin weniger ein spontaner Maler. Durch die ganze Vorarbeit kann ein Bild bei mir leicht mehrere Wochen bis zur Fertigstellung benötigen. Ein Schnellmaler bin ich somit ganz bestimmt nicht.

Da ich in meinen Bildern, wie Du ganz richtig schreibst, ja sehr auf Details achte, ist der Entstehungsprozess eher ein langsamer Vorgang. Allerdings kann es beim Malen immer wieder vorkommen, dass ich hier und da von meinem ursprünglichen Plan abweiche und gewisse Änderungen an dem Bild vornehme.

Bilder entwickeln gerne eine Art Eigenleben, was ich aber keineswegs als Nachteil empfinde. Das fertige Werk kann daher selbst für mich noch einige Überraschungen bereithalten.

LM    Was ist erfüllender, die weiße Leinwand vor Dir zu haben und den ersten Pinselstrich zu setzen oder ist es besser, dem Bild den letzten Pinselstrich zu verabreichen?

Z       Gute Frage. Eine komplett weiße Leinwand kann mir schon ein wenig Angst einjagen. Schließlich will der Malgrund erst mit Pinsel und Farbe gefüllt werden, was nicht immer ganz einfach ist. Außerdem braucht es dafür ja erst einmal eine Bildidee und diese überhaupt zu finden, kann schwieriger sein als gedacht.

Daher ist für mich der Malprozess an sich am erfüllendsten. Nicht so sehr der Anfang des Bildes, da in diesem Fall ja noch eine Menge Arbeit vor mir liegt.

Befindet sich das Werk kurz vor seiner Vollendung, ist natürlich auch eine tolle Sache. Den genauen Moment zu finden, in welchem man ein Bild für beendet erklärt, ist aber nicht immer sofort erkennbar. Man kann durchaus auch zu lange an einem Bild arbeiten, was für das Endergebnis weniger gut ist.



LM    Liest Du gerne? Bei Deinen erotisch angehauchten Bildern würde ich vermuten, dass Du gerne Fantasy liest und auch nichts gegen einen Schuss Erotik in dem Roman einzuwenden hast.

Z       Natürlich lese ich gerne. Und ja, Fantasy und Literatur mit einem Spritzer Erotik ist mir immer willkommen. Gerne darf es auch ein spannender Thriller sein.

Früher habe ich massenhaft Comics gelesen und bin diesem Genre bis heute treu geblieben.

Daneben mag ich aber auch sehr gerne humoristische Romane und Satire. Fachliteratur rund um die Malerei liebe ich besonders. Diese kann sich z. B. um spezielle Maltechniken drehen, aber auch einfache Bildbände faszinieren mich total. Und nicht selten entwickelt sich beim Durchblättern eine neue Idee für ein Bild.

LM    Hast Du einen Lieblingsmaler und einen Lieblingsautor?

Z       Oh ja, sogar mehr als einen. In der Literatur sind dies z. B. Douglas Adams, Stephen King, Michael Crichton oder Ephraim Kishon.

Die Liste meiner Lieblingsmaler ist sogar noch umfangreicher. Angefangen bei den Alten Meistern, bis zu modernen Künstlern. Gerade im Bereich der Illustratoren und Fantasymaler befinden sich einige meiner großen Vorbilder: J.C. Leyendecker, Gil Elvgren, Alberto Vargas, Norman Rockwell, Frank McCarthy, James Bama, Frank Frazetta, Boris Vallejo, Julie Bell, Luis Royo, Hajime Sorayama, James Gurney, Renato Casaro, Drew Struzan, John Howe, Scott Gustafson, Peter de Séve, Donato Giancola, Brom und viele mehr.

         Ich finde es übrigens sehr wichtig, Vorbilder in der Malerei zu haben. Dies hilft mir, neue Ideen zu entwickeln, oder einfach nur umzusehen, was so alles möglich ist.

LM    Was ist Dein Lieblingsfilm?

Z       Spontan nur einen Titel zu nennen, ist fast unmöglich, denn auch hier gibt es sehr viele Filme, die mir gefallen. Die meisten stammen wohl eher aus dem Fantasy Genre. Da wären z. B. die Filme von Quentin Tarantino, Blade Runner, die Herr der Ringe Trilogie, Alien, Hellboy, alle Pixar Animationsfilme, Avatar, Watchmen, die Matrix Reihe, das 5. Element, Oceans 11, Krieg der Sterne, 300, die Bourne Trilogie, Indiana Jones, zurück in die Zukunft und viele mehr.

LM    Magst Du es still, wenn Du malst? Oder wummern gar im Hintergrund hämmernde Beats oder ruhige Melodien?

Z       Musik ist für mich bei der Malerei sogar ein ganz wichtiger Punkt. Sie kann den Malprozess wesentlich beeinflussen. Oftmals konzentriere ich mich mehr auf die Musik, als auf das Malen an sich. Dieses findet dann sozusagen nebenbei statt. Herrlich entspannend.

Dabei läuft bei mir fast alles von Klassik bis Heavy Metal. Nur wenn ich mich sehr konzentrieren muss, spielt nebenbei mal keine Musik. Dies ist meistens zu Beginn oder am Ende des Bildes der Fall.

LM    An welchem Bild hast Du am längsten gemalt? Und warum ausgerechnet an diesem?

Z       Wie ich oben bereits erwähnt habe, male ich an meinen Bildern immer recht lange. Auch die verwendete Technik hat großen Einfluss auf die Maldauer. Ein Bild mit Farbstiften nimmt z. B. mehr Zeit in Anspruch, als eines mit Aquarellfarben.

Außerdem arbeite ich häufig an mehreren Bildern gleichzeitig und daher ist es schwer, die genaue Maldauer jedes einzelnen Bildes zu kennen. Doch wenn du mich nach einem besonders aufwendigen Werk fragst, dürfte dies bestimmt das Bild "Mein kleiner Engel" gewesen sein.

Dabei habe ich mich intensiv mit der altmeisterlichen Malweise beschäftigt und versucht, diese in dem Ölbild anzuwenden. Der Malprozess hat dadurch sehr viel Zeit in Anspruch genommen. Zwischendurch war ich sogar ein paar Mal nicht sicher, ob ich das Bild überhaupt jemals fertigstellen werde. Zum Glück habe ich aber durchgehalten und bin mit dem Ergebnis wirklich zufrieden.

LM    Welches ist Deine Lieblingsfarbe in einem Bild? Und warum gerade diese?

Z       Warme Farben mag ich besonders, z. B. Ocker- und Gelbtöne. Aber auch Blau und Grün kommen häufiger in meinen Bildern vor. Da ich jedoch viele verschiedene Themen aufgreife, können meine Lieblingsfarben von Bild zu Bild immer leicht variieren.

LM    Wie stehst Du zu digitalen Bildern?

Z       Ich bin eher ein "altmodischer" Maler und bevorzuge daher die traditionelle Malerei, also mit richtigen Stiften, Pinseln, Farben und einem Blatt Papier.

Das bedeutet aber nicht, dass mich die digitale Malerei nicht interessiert. Im Gegenteil. Mit ihr sind erstaunliche Effekte möglich. Andererseits nimmt einem der Computer den Prozess des Malens nicht komplett ab, was bedeutet, dass es wichtig ist, zumindest Grundkenntnisse des Zeichnens und Malens zu besitzen. Die digitale Malerei wird in Zukunft aber bestimmt immer größere Beachtung erlangen.

LM    Hast Du Dir schon mal gewünscht, in eines Deiner Bilder zu schlüpfen?

Z       Das kommt natürlich in erster Linie auf das Motiv an. Hm, .... Ja, da wären schon ein paar, in die ich gerne eintauchen würde. Bestimmt macht es großen Spaß, auf dem Rücken eines Drachen über zerklüftete Küstenstreifen zu fliegen, oder sich neben einer hübschen Dame durch unbekannte Welten zu kämpfen.

Lieber Zeti danke für das Interview.


1 Kommentar:

  1. Liebe Linda, jetzt habe auch ich es gelesen :) Tolles Interview mit genau auf den Zeti abgestimmten Fragen! Allerdings blieb noch eine Frage für mich unbeantwortet: Seine Bilder sind sooo realistisch, dass ich gerne wissen würde ob die Damen Natura stehen mussten oder ob die Gemälde wirklich komplett im Kopf entstanden sind.

    Liebe Grusse und mach weiter so!

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