Montag, 23. Mai 2016

Blood Dragon 03, Drachendämmern

Meine lieben Leser/innen,

soeben ist Blood Dragon 03, Drachendämmern veröffentlicht worden. Bei Amazon ist der Roman schon zu haben, die anderen Shops folgen.





Leseprobe:

Vlad wollte gerade aufatmen, denn ihre Jacke hielt und der Boden war nur noch zehn Meter entfernt, zudem war die Lichtung groß genug, sodass er landen konnte. Und dann schlugen mehrere Kugeln in seinen Körper ein, durchdrangen den Schutzpanzer seiner Drachenform, und der gleißende Schmerz erwischte ihn unvorbereitet und in einer Heftigkeit, dass sein Brüllen von den Bergwänden widerhallte. Dennoch ließ er die Frau mit den herrlichen roten Haaren nicht los.

 Er drehte sich, sodass er mit dem Rücken aufprallen würde und sie nicht unter seinem Körper zerquetschte. War das wirklich sein Ende? Abgeknallt von irgendeinem feigen Arschloch aus dem Hinterhalt? Ein Teil von ihm wünschte sich, dass sein Leiden schlussendlich vorbei wäre. Trotzdem war es die Ironie schlechthin, dass er ausgerechnet bei dem Versuch, ein Leben zu retten, endlich seine gerechte Strafe erhielt. Auch in dieser Nacht hatte er gemordet, zwar aus den richtigen Gründen, doch die Schatten zerrten unaufhörlich an ihm, nagten sich durch sein Fleisch, um ihn zurück in den Wahnsinn zu reißen. Vielleicht war es Zeit loszulassen. 

Aber dann wäre auch das Schicksal der Unbekannten besiegelt. Der Aufprall war hart und donnerte durch seinen Leib wie einer dieser Hochgeschwindigkeitszüge, die er letztens in Frankreich entdeckt hatte. Er hatte eine Menge verpasst, als er in der Höhle vor sich hin vegetierte, in die ihn seine Brüder Ragnar und Mircea wegen seines Irrsinns vor all den Jahrhunderten eingesperrt hatten. Doch all das verblasste unter der Agonie, die ihn überall zugleich packte, während die glühenden Kugeln sich durch sein Fleisch fraßen und es auflösten. Mit letzter Kraft verwandelte er sich zurück, damit er die Frau in seinen menschlichen Armen halten konnte. Die magischen Energien flirrten durch ihn hindurch, und er presste das arme Wesen an sich, als könnte sie das vor dem Tod bewahren. Er strich ihr die Haare zur Seite, um ihr Gesicht zu sehen. Hohe Wangenknochen, und sie war so leicht, beinahe ausgezehrt, als hätte sie viel Leid durchlitten.


Sie schlug die Augen auf und starrte ihn an. „Du!“, wisperte sie. Alles in ihm verzehrte sich danach, sie zu küssen, trotz der schrecklichen Agonie, als wollte etwas in ihm sich mit ihr verbinden. Und dann verschlang ihn das Nichts, in dem es kein Licht mehr gab.

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