Mittwoch, 26. Dezember 2018

Der Cowboy im Tutu von Ivy Paul



Heute möchte ich euch gerne den bezaubernden Roman von Ivy Paul vorstellen, der genau richtig für gemütliche Nachmittage oder kuschlige Abende ist.

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Klappentext:



Leseprobe

Für einen Moment scheint die ganze Bar schockiert die Luft einzusaugen. Wenigstens bilde ich mir das ein. Mein Blick klebt auf Johns weißem Hemd, auf dem sich in Windeseile der Rotwein wie ein Blutfleck ausbreitet. Die Vorderseite des Stoffes haftet wie eine zweite Haut an ihm und lässt kaum Spielraum für die Fantasie.

 Ich schlucke gegen meine Beschämung an und versuche das Pochen und die Hitze in meinen Wangenknochen niederzuringen. Erfolglos. Da ich ihn irgendwann ohnehin angucken muss, hebe ich den Kopf und begegne seinem Blick blinzelnd. Haselnussbrauner Ärger trifft mich. Ein fetter Rotweinspritzer prangt oberhalb seines Mundwinkels, und als der Tropfen sich löst und am Mund vorbeischlängelt, verspüre ich unbändige Lust, mich vorzubeugen und ihn mit der Zungenspitze aufzufangen.

„Was hab ich dir getan?“, flüstert John deutlich angepisst, während er den Wein mit einer zornigen Geste aus seinem Gesicht wischt.
„WAS?“

Er runzelt die Stirn und kommt mir in diesem Moment vor wie ein wütender Monchichi. Bevor er sich weiter äußern kann, taucht Nancy auf, in der einen Hand einen Wischmopp und in der anderen ein Geschirrtuch, das sie John reichen möchte. Weil der nicht danach greift, nehme ich es entgegen und will anfangen seine Brust abzutupfen. Er entreißt mir das Tuch und funkelt mich angesäuert an.

Ich ignoriere das Brennen auf meinem Gesicht sowie das Getuschel und leise Gekicher im Hintergrund. Mir wird heiß und schlecht und schwindlig.

 „Ganz ruhig, Kinder“, lässt sich Nancy vermelden. „Was haltet ihr davon, wenn ihr euch in die hinteren Räume zurückzieht? Wir finden bestimmt ein sauberes T-Shirt für dich, John.“ Ungerührt schiebt sie den Mopp zwischen uns und wischt die wenigen Tropfen auf, die auf dem Fußboden gelandet sind. Das dauert keine zehn Sekunden. Sie macht eine auffordernde Kopfbewegung. „Komm mit, John. Spencer hat sicher nichts dagegen, wenn wir dir eins der Kellner-T-Shirts geben.“

Im ersten Moment wirkt er nicht begeistert. Zwar sind die T-Shirts weiß und schlicht, aber auf der Brust prangen handtellergroß das Logo und der Name der Bar. Vielleicht ist es Nancys schlüpfriges Grinsen, das ihn dazu bewegt, mitzukommen, oder das unangenehme Gefühl des nassen Stoffes, auf jeden Fall läuft er ihr hinterher. Ich folge den beiden. Meine Wangen glühen. Als wir an der Theke vorbeigehen, stelle ich das Weinglas ab.

Inzwischen haben sich die meisten Gäste abgewandt. Dennoch fühle ich weiterhin Augenpaare auf uns ruhen, als wir in den Privatbereich hinter der Theke geführt werden. Nancy stößt die Tür zum Umkleideraum auf. Der Raum ist karg, an der einen Seite reihen sich zwei Spinde, ein Stuhl, ein Spülbecken sowie eine Waschmaschine nebeneinander. Gegenüber stehen ein Trockner und ein schmales Regal, auf dem sich unter anderem Geschirrtücher und T-Shirts stapeln. Zielsicher zieht Nancy eines aus dem Stapel und reicht es John. „Da, das müsste passen.“

Ihr Blick gleitet anerkennend über ihn, ehe sie sich abwendet und mir verschwörerisch zuzwinkert. „Schließt die Tür, wenn ihr fertig seid.“ Damit lässt sie uns allein zurück.

Er starrt mich vorwurfsvoll an. Besäße ich ein Fünkchen Vernunft, würde ich das Weite suchen.

„Warum stehst du hier rum? Ich kann mich alleine umziehen.“

Ich nicke kurz. „Davon gehe ich aus.“ Unschlüssig lecke ich mir über die Lippen und werde nervös, als ich merke, dass John mich fixiert. „Ich wollte dir anbieten, den Rotwein aus deinem Hemd zu waschen.“

 „Ich glaube nicht, dass das eine gute Idee ist. Bei deiner Freude daran, mir das Leben schwer zu machen, habe ich Angst, was du in diesem Fall mit meinem Lieblingshemd anstellen könntest. Außerdem ziehe ich mich ungern vor dir um.“ Nichtsdestotrotz beginnt er, das Oberhemd aufzuknöpfen, während ich noch mit mir ringe, was die richtige Reaktion auf seine Behauptung wäre.

 Der Stoff gleitet über seine starken Schultern. Normalerweise ist die Vorstellung, einen attraktiven Mann mit solch einem Körperbau nackt vor mir zu sehen, ziemlich heiß, aber im Moment raubt mein Gemütszustand der Situation jegliche Erotik. Dennoch riskiere ich einen zweiten Blick, bewundere den goldgetönten Brustkorb, die definierten Muskeln, den flachen Bauch und erinnere mich an seine zärtlichen Lippen. Mein Mund wird trocken und in meinen Ohren beginnt der Pulsschlag zu dröhnen. Ich bin wirklich am Arsch. John geht mir mehr unter die Haut, als gut für mich ist. Eigentlich sollte ich augenblicklich verschwinden, doch ich harre aus, wie festgeklebt. Weil schweigend herumstehen und ihn anhimmeln peinlich ist, öffne ich den Mund. „Es tut mir ernsthaft leid, John! Du musst mir glauben, dass es ein Versehen war.“

„Aha“, gibt er von sich. Ansonsten bleibt er stumm, was mich zunehmend unsicher werden lässt. Was geht in ihm vor?
Zum ersten Mal wird mir bewusst, dass sein markantes Kinn wie mit dem Lineal gezogen scheint und in der Mitte ein Grübchen besitzt, das verlockt, es nachzufahren und zu küssen. Die Art, wie er sich über die glatt rasierten Wangen reibt und mich dabei anstarrt, jagt mir wiederholt Blitze durch den Leib. Außerdem riecht er verführerisch. Wie nach einem Winterspaziergang im Wald.

 „Nun sag doch was!“ Verfluchter Mist, ich fühl mich wegen des Hemdes wie eine Schwerverbrecherin.

„Du schaffst es, dass man dich abwechselnd übers Knie legen oder in den Arm nehmen und trösten will“, platzt es aus ihm heraus. Er presst seine Lippen fest aufeinander, sodass sie schmale Striche sind, dabei ist es ein schöner, sinnlich geschwungener Mund. Ein paar Sekunden vergehen. „Ich habe Angst, was geschieht, wenn man dir Pfefferspray, ein Messer oder Schusswaffen in die Hand drückt. Verdammt, du bist entweder die tollpatschigste oder angriffslustigste Frau, die mir je untergekommen ist!“

Es dauert einen Moment, bis mir klar wird, dass er mich beleidigt hat und jedes Wort genau so gemeint hat, wie es geklungen hat. Es dauert ungefähr zwei weitere Atemzüge, bis der Ärger in mir die Oberhand gewinnt. „Na hör mal, wenn du nicht in mich hineingerannt wärst, wäre das nie passiert!“ Wütend wirble ich herum und reiße die Tür auf.









Dienstag, 25. Dezember 2018

Frohe Weihnachten


Freitag, 21. Dezember 2018

Master Dreadful meets Miss Curvy, Online

Meine lieben LeserInnen,

ich wünsche euch ganz viel Spaß mit Master Dreadful und Miss Curvy. Das Taschenbuch folgt in ein paar Tagen.

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