Freitag, 3. Juli 2020

Touch of Sugar, veröffentlicht




Klappentext:

Wenn die Finsternis dich bitter umschlingt, dann lockt das Süße unentwegt.
Ich liebe Stille, Disziplin und verabscheue Überraschungen. Sobald ich etwas befehle, erwarte ich Gehorsam und sicherlich keine Widerworte. Nach dem Spiel ist vor dem Spiel, mag für andere zutreffen, allerdings nicht für mich, da ich mich emotional niemals an jemanden binde. 
Doch dann platzt Emily Reardon in mein Leben. Sie ist ein plappernder Sonnenschein, der meine Geduld auf eine harte Probe stellt, die ungezogene Versuchung, an der ich mir die Finger verbrennen könnte. 
Eigentlich sollte ich es besser wissen, als mich kopfüber ins honigsüße Verderben zu stürzen, denn die Vergangenheit holt einen immer ein. 
Der fünfte Teil der Touch-Reihe, Joe und Emily. Jeder Teil ist in sich abgeschlossen.
Zur Info: Die Handlung beginnt zeitgleich mit Touch of Pleasure
Leseprobe:
Emily 
Regungslos sitzt Sienna neben mir, als hätte ich sie mit Sekundenkleber überschüttet, während der schärfste Typ aller Zeiten, mit einem Clipboard in der Hand, auf meinen Captur zuläuft. Jeder Schritt ist ein Statement, mit wem wir es an diesem Ort zu tun haben. Wenn er ein Vorgeschmack für die Master der Insel ist, dann bin ich im Himmel für Subs gelandet. Er trägt schwarze Kleidung und auf dem engen Shirt prangt die weiße Aufschrift: Security. Die Cargohose ist wie für ihn geschaffen, denn sie unterstreicht die ihm anhaftende Autorität.
Er wirkt so finster, was durch die dunklen Haare und den Bartschatten bekräftigt wird. Doch sein Blick ist das, was mich schlucken lässt. Wenn er zu einer Sub sagt: „Knie dich hin!“, dann tut sie gut daran, seinem Befehl Folge zu leisten, egal ob sie es auf Glassplittern oder auf einem Bett durchziehen soll.
Sienna schluckt so hektisch, dass ich es hören kann. Ob sie gleich ohnmächtig wird, denn offensichtlich hat sie inzwischen das Atmen eingestellt. Im Gegensatz zu mir hat sie keine praktischen Erfahrungen in der Welt des BDSM. Ihr Defizit wird sich innerhalb unseres Urlaubs ruckzuck in Luft auflösen, davon bin ich überzeugt.
Er schreitet auf die Fahrerseite zu und mit jedem Zentimeter erhöht sich mein Herzschlag. Als er mich endlich erreicht, stoße ich einen abgehackten Atemzug aus, der mir einen Seitenblick von Sienna einbringt, die jedoch in der nächsten Sekunde erneut nach vorn starrt. Als ob Ignorieren ihn in Luft auflöst. Ich fürchte, meiner unschuldigen Freundin stehen ein paar höchst bedeutende Überraschungen bevor, wenn es um Tops geht, denn sie wird sich ihnen stellen müssen, sobald sie die Aufmerksamkeit eines Doms erregt und er sich näher mit ihr beschäftigen will. Was nah tatsächlich bedeutet, wird sie eher früher als später erfahren.
Meiden ist nicht, Baby.
Der Typ kann nur ein Master sein, jemand, der sich gekonnt darauf versteht, süße Subs wie mich, zum Schreien zu bringen. Er beugt sich herab und seine Augen sind hellgrün, was ich ehrlich gesagt nicht erwartet habe. Obwohl uns die Scheibe voneinander trennt, könnte er nicht näher an mir dran sein, während er mir in die Augen sieht. Ich könnte den Blickkontakt nicht lösen, selbst wenn ich es inbrünstig versuchen würde, was ich allerdings nicht will. Denn es ist viel zu interessant, sich dieser Intensität zu stellen und sich in ihr zu verlieren. In dieser Sekunde beschließe ich, dass ich ihn haben will, aber ob mir das wirklich gelingt, steht in den Sternen. So einer wie er, lässt niemanden über sich bestimmen, immerhin ist er derjenige, der bestimmt, und zwar kompromisslos.
Ich drücke auf den Knopf, um das Seitenfenster runterzulassen, und lächele ihn an. Zumindest weiß ich, wie mein Lächeln auf Männer, Frauen, Kinder, Babys und Säugetiere wirkt. Es ist ansteckend, öffnet mir jede Tür und bringt mir Sonnenscheinpunkte ein.
Normalerweise!
Denn er runzelt die Stirn und kneift die Lippen zusammen, bis die Weichheit seiner Unterlippe in einer geraden Linie verschwindet, die sich sicherlich wie Granit auf meinem Mund anfühlen würde. Dabei hätte ich es zu gern, dass er mich küsst, ehe ich vor ihm auf die Knie sinken muss, damit er mir ein paar sehr unanständige Dinge antun kann. Vermutlich ist er äußerst einfallsreich, wenn es darum geht, sich bei einer Sub durchzusetzen.
Und sollte sie es tatsächlich wagen, ungehorsam zu sein, hat er bestimmt herrliche Bestrafungen in petto, die durchdringend und nachklingend auf der Haut brennen. Ich hingegen bin sehr erfinderisch in der Kunst, einen Master zur Weißglut zu treiben, da ich überaus gern rede. Bei ihm könnte mich das in verführerische Notlagen bringen.
„Ich bin Emily Reardon“, fange ich an, doch er hebt die Hand und das bringt mich erstaunlicherweise sofort zum Verstummen.
Er legt das Clipboard auf dem Dach ab, öffnet die Fahrertür und hält sie auf. „Aussteigen!“
Das eine Wort reicht aus, um mir nicht nur den Mund wässrig zu machen. Zu meiner Beschämung spüre ich, dass ich nass zwischen den Schenkeln werde, weil meine Fantasie sich ausmalt, wie er mich über das Auto beugt, meinen Rock hochschiebt und mit diesen sicherlich starken Fingern über meine Haut gleitet. Dazu die Klangfarbe seiner Stimme, die ich immer mit Alkoholsorten vergleiche. Sienna würde ich Prosecco zuweisen, seine hingegen ist ein rauchiger Whiskey, der jahrelang in einem Holzfass lagern durfte. Wie gern würde ich mich über dieses Fass drapieren, während er hinter mir steht, vorzugsweise mit einer Gerte in der Hand.
„Du nicht“, sagt er an Sienna gerichtet, die sogleich auf den Beifahrersitz zurückplumpst und nach wie vor das Atmen eingestellt hat.
Ich löse den Sicherheitsgurt und zu meiner Verblüffung reicht er mir die Hand, was wirklich sehr vorausschauend von ihm ist, da meine Beine sich etwas unsicher anfühlen. Ich würde die Steifheit meiner Glieder gern auf die Fahrt schieben, befürchte allerdings, dass es ausschließlich wegen ihm ist.
Mr. Smoky Whiskey, schätzungsweise fünfunddreißig Jahre gereift, greift nicht zögerlich zu, sondern seine Finger umschließen meine Handfläche mit genügend Druck, um die Instabilität meiner Muskeln weiter zu verstärken. Die Hitze seiner Berührung jagt meinen Arm hinauf, breitet sich von dort über mein Dekolleté aus, um sich zu guter Letzt in meinen Wangen zu sammeln.
Meine Reaktionen auf ihn fallen über mich her und lähmen sogar meine Zunge, dabei möchte ich so gern seinen Namen erfahren, ihn fragen, ob er sich aktiv in dem Resort beteiligt. Es wäre eine kalte Dusche für mich, sollte er tatsächlich nur seinen Job erledigen, keine dominanten Tendenzen besitzen oder nach der Devise leben, Arbeit und Vergnügen nicht miteinander zu vermischen. Aber alles in mir glaubt zu wissen, dass er einen roten Hintern nicht bloß vom Hörensagen kennt, sondern oft genug einen verursacht hat.
Um es auf den Punkt zu bringen: einen tiefroten, herrlich brennenden Hintern.
„Emily Reardon und Sienna Baltimore“, fließt es aus seiner Kehle. Er lässt mich los und auf der Stelle sehne ich seine Berührung zurück.
Erst jetzt bemerke ich das Namensschild, das an seinem Shirt auf der rechten Brustseite befestigt ist. Joe East steht dort. Master Joe East, ergänze ich gedanklich. Ob er es mag, wenn man ihn so nennt oder sogar darauf besteht? So mancher Dominante fordert den Titel bis zum Erbrechen ein, sodass es nervt.
Er nimmt das Clipboard zur Hand und schaut kurz darauf, ehe er seinen Blick erneut auf mir platziert, denn er sieht mich nicht nur an. Nein, er analysiert mich, taxiert mich aus irgendeinem Grund, um eine Schlussfolgerung zu ziehen, was meine Person angeht. Wie sie ausfällt, weiß allerdings nur er. Denn er lässt sich nicht von mir in die Karten schauen. Sein Gesicht ist regungslos und eigenartigerweise verunsichert mich das. Ich sehne mich danach, ihn ebenso leicht einschätzen zu können, wie er es bei mir schafft. Einen Zweifel hege ich nicht daran, dass er das kann. Was immer dieser Mann in die Hand nimmt, er hat es ausperfektioniert und widmet sich der jeweiligen Aufgabe mit seinem ganzen Können und der nötigen Wachsamkeit.
„Hast du irgendwelche elektronischen Geräte dabei?“
„Natürlich nicht. Das ist strengstens verboten.“
Jetzt richtet sich sein durchdringender Blick auf Sienna, die vermutlich der perfekt erstarrten Salzsäule entspricht. Jedoch traue ich mich nicht, meine Aufmerksamkeit auch nur eine Sekunde von ihm zu nehmen, denn ich fürchte, das würde mir nicht gut bekommen. Hin und her springende Aufmerksamkeit ist höchst respektlos einem Master gegenüber und kann unangenehme Konsequenzen nach sich ziehen. Vorausgesetzt Whiskey ist tatsächlich das, was ich annehme.
„Dann hast du sicherlich nichts dagegen, wenn ich genauer bei dir nachschaue. Beug dich darüber.“ Er deutet auf einen rustikalen Tisch, der neben der Hütte steht, aus der er gekommen ist, als wir vorgefahren sind und er das Nummernschild auf einer Tabelle abgehakt hat.
Ich versuche, mir nicht anmerken zu lassen, wie heiß ich das finde, wie sehr mir bereits die ersten Minuten in dem Resort gefallen, obwohl ich es noch gar nicht richtig betreten habe. Und das liegt gänzlich an ihm: Mr. Joe East. Ich habe mir vorgenommen, meine Neigungen in diesem Urlaub auszutesten, neue Praktiken in einer sicheren Umgebung auszuprobieren und mit unterschiedlichen Mastern zu spielen. Hier kann ich das, ohne den Ballast von Gefühlen, die über das Körperliche hinausgehen. Ohne das, was mich beinahe zerstört hat.
Ich will mich nicht mehr verlieben, denn ich habe mich gerade erst von einer fatalen Liebe erholt, die nur von mir ausgegangen ist. Hale hat mich nicht geliebt, er hat mich nur benutzt und das in niederträchtiger Weise, die deutliche Spuren auf meiner Seele hinterlassen hat. Diese Narben heilen ab und ich will ein erneutes Aufplatzen keineswegs riskieren. Es geht wieder aufwärts mit mir und die Vergangenheit kann man nicht ändern, aber die Gegenwart genießen. Und das tue ich in diesem Moment.
Leck mich, Hale Simmons!
Ich laufe zum Tisch, beuge mich darüber und weiß auf einmal nicht wohin mit den Händen. Hale hat mir immer bis ins Kleinste befohlen, was ich tun soll und mir jeglichen Raum für eine eigene Interpretation genommen. Deswegen presse ich meine Hände an die Seiten meiner Oberschenkel. Der durch die Sonnenstrahlen aufgewärmte Tisch riecht nach Holz und liegt hart unter mir. Ich höre, dass Joe sich hinter mich stellt. An jedem anderen Ort wäre diese Situation völlig absurd, jedoch nicht auf der Insel. Schließlich bin ich genau deswegen hierhergekommen. Auf der Insel ist einfach alles möglich, sofern es einvernehmlich geschieht.
Joe zögert nicht, schiebt mir den weiten, knöchellangen Rock nach oben und zieht mir anschließend den Slip nach unten, entblößt mich für seinen Blick, den ich sogleich auf mir spüre. Jetzt bin ich diejenige, die das Atmen einstellt, eine Berührung noch nie so sehr herbeigesehnt hat, wie in diesem Moment.
„Du hast einen schönen Arsch, Emily Reardon.“
Bitte, bitte, tue mir irgendwas an, egal was.
„Finde ich auch, Joe. Danke für das Kompliment. Das geht runter wie Honig und ist ein Boost für mein Selbstbewusstsein.“ Ich kann einfach nicht länger den Mund halten, da sich meine Anspannung auf ein unerträgliches Maß aufgestaut hat und ein Ventil braucht. Sobald das geschieht, plappere ich, eine Unzulänglichkeit von mir, die ich nicht in den Griff bekomme, vermutlich, weil ich es nicht will. Um mein Fehlverhalten zu toppen, habe ich ihn Joe genannt, obwohl er es mir nicht gestattet oder von mir verlangt hat. Hier gelten andere Regeln, als es ansonsten üblich ist und das fängt bereits bei der Anrede an. An diesem herrlichen Ort werden Vergehen bestraft, Zuwiderhandlungen diszipliniert und ungebührliches Verhalten gemaßregelt. Genau aus diesen Gründen habe ich einen Aufenthalt gebucht. Ich will all das, und zwar von ihm. Ich meine, ich habe bisher keinen der anderen Master kennengelernt und kann keinen Vergleich ziehen, aber er verspricht all das, wonach ich lechze.
Eine absolute Stille schlägt mir von ihm entgegen, die das Vogelgezwitscher und das Summen der Bienen ausradiert. Stattdessen leckt sein Unmut über mich hinweg, genau wie der leichte Wind, der über meine Haut fächert. Das Gefühl des Windes vergeht, die Empfindungen dagegen, die er in mir auslöst, verbleiben.
Ob er mich jetzt züchtigen wird? Es ist fast beschämend, wie sehr ich mir das wünsche, wie sehr ich das brauche, weil ich die unerbittliche Hand eines Masters glühend vermisst habe.
Um ehrlich zu sein, bin ich entsetzt darüber, dass ich derart stark auf ihn reagiere und ihm nichts entgegensetzen kann. Schließlich bin ich keine unerfahrene Sub, die dem erstbesten dominanten Mann verfällt, da sie sich in der Welt von Lustschmerz nicht auskennt. Trotzdem ist es geschehen und ich habe keine Ahnung wieso. Sollte er jetzt meine vollkommene Unterwerfung einfordern, werde ich sie ihm geben, ihm zudem exklusiv für die beiden Wochen meiner Auszeit zur Verfügung stehen. Er braucht mich lediglich darum zu bitten oder es mir zu befehlen. Ja, er soll es mir befehlen. Denn darauf stehe ich, zumindest sobald ich die Rolle einer Sub einnehme.
„Du solltest eigentlich wissen, wie du dich zu benehmen hast“, wispert er plötzlich an meinem Nacken. „Es steht eine Menge über dich in den Papieren, die du ausgefüllt hast.“ Er hat sich über mich gebeugt und atmet tief ein, als wollte er herausfinden, ob mein Geruch seinen Appetit anregt, es sich für ihn lohnt, sich eingehender mit mir zu befassen. Und dann umspannt seine Hand meine rechte Pobacke und es fühlt sich noch besser an, als in meiner blühenden Fantasie. Manchmal kann die Realität mit den Träumen nicht mithalten, bei ihm ist es genau umgekehrt. Ich habe seine Wirkung auf mich unterschätzt, da ich nicht gewusst habe, was ein Mann in mir hervorrufen kann, bei dem es kein vorsichtiges Abtasten gibt, keinen unschuldigen ersten Blick, kein sorgloses Lächeln oder ein paar belanglos gesprochene Worte, ehe der harmlose Flirt ernster wird, bis er in herrlichen Schmerzen gipfelt.
Seine Haut scheint mit meiner zu verschmelzen, sich mit ihr zu verbinden, damit er jeden Nerv erreichen kann, um sie stärker an die Oberfläche zu zwingen, damit ich alles genauso tiefgehend spüre, wie es seiner Persönlichkeit entspricht. Da er Sienna nicht dasselbe antut wie mir, vermute ich, dass meine Begrüßung nicht seinem üblichen Standardrepertoire entspricht, da er etwas Unerwartetes in mir sieht.
Vielleicht habe ich ihn bloß verärgert und bilde mir nur ein, dass er so etwas wie einen Urknall gespürt hat, sobald sich unsere Blicke das erste Mal getroffen haben. Möglicherweise sieht er in mir eine zuckersüße Belästigung, die er schnellstmöglich auf ihren Platz verweisen will, indem er sie sozusagen verflüssigt, um sie anschließend zu formen, ganz wie es ihm beliebt.
Mittlerweile pressen seine Oberschenkel gegen mich und sie fühlen sich stahlhart an, ganz anders als seine Lippen, die über meinen Nacken streifen und ein Schaudern in mir auslösen, ehe sein Mund sich über der Haut an meinem Hals schließt und er fest an ihr saugt und einen Fleck hinterlassen wird, um mich als sein Eigentum zu brandmarken. Das hoffe ich zumindest.

Donnerstag, 11. Juni 2020

Freitag, 29. Mai 2020

Touch of Sugar - Teaser