Sonntag, 18. Juli 2021

Tickle my Lemon, Mr. Steele

 Der nächste Teil der Fruit-Lover-Reihe ist bereits als E-Book bei Amazon vorbestellbar. Natürlich gibt es auch ein Taschenbuch, ein Hardcover und Kindle Unlimited. Endlich wird das Geheimnis um Eric Steele gelüftet. 

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Leseprobe:

Ich leckte mir über die Lippen, als ich all die Köstlichkeiten bewunderte, die vor mir auf dem meisterhaft in Szene gesetzten Tisch standen. Als Malerin wusste ich die Arbeit der guten Geister, die emsig auf Golden Island arbeiteten, zu schätzen. Nicht ein Kuchen, eine Torte oder ein Cupcake stand zufällig an seinem Platz, sondern bildete ein Gesamtkunstwerk mit den anderen.

Sahne schmiegte sich an fluffiges Biskuit, wobei Zitronencreme, Lemon-Curd oder Zitronen-Gelee, die nötige Balance zur Süße bildeten. Verzückt bewunderte ich die aus Zitronen bestehenden Schmetterlinge, die eine schaumige Rolle verzierten, in die ich am liebsten hineingebissen hätte.

Es war Hillys Idee gewesen, ein Früchtemotto-Tortenbüfett für einen guten Zweck zu veranstalten,. schließlich war sie Jasons Strawberry und außerdem die Managerin der Insel. Eric Steele, der Eigentümer von Golden Island, auf dem sich das exklusive Resort befand, hatte die Idee begrüßt und ihr freie Hand gelassen.

Hilly konnte ohnehin niemand etwas abschlagen und daher hatte ich zugestimmt, mich in das Lemon-Outfit zu werfen, um den Zitronentisch zu beaufsichtigen. Eigentlich sollte mein gelbes Kleid gute Laune und Spritzigkeit verbreiten, eine erfrischende Frucht, die jeder mit Sommer und Spaß in Verbindung brachte. Leider konnte man eine Zitrone außerdem gnadenlos bis auf den letzten Tropfen auspressen.

Und genauso fühlte ich mich gerade, als ich meinen Blick auf Eric Steele richtete, der dem perfekten James Bond in seinem Smoking entsprach, mit einer eindeutig dunklen und geheimnisvollen Aura, die einen großen Teil seiner Persönlichkeit ausmachte. Breitschultrig, groß und dunkelhaarig trug er seinen zum Niederknien heißen Körper ebenso souverän, wie er durchs Leben schritt. Es gab nicht viele Menschen, denen eine derartig selbstsichere Ausstrahlung anhaftete. Sobald Eric einen Raum betrat, zog er die Aufmerksamkeit aller Anwesenden auf sich, obwohl er nichts weiter machte, als ER zu sein.

Ich griff nach dem Zitronenanhänger, der an einer silbernen Kette um meinen Hals hing, wobei ich einfach nicht damit aufhören konnte, mich selbst zu quälen. Denn Eric wäre der perfekte Biskuitboden, um mich als belebende Zitronencreme auf ihm zu verstreichen, sodass wir eine Symbiose eingingen, die untrennbar miteinander verbunden war. Ich würde mich einfach überall an ihn kuscheln und er mich auf seinen starken Armen tragen, während er mich verschlang.

Hitze breitete sich auf meinen Wangen aus, sodass ich vermutlich eher wie eine Kirsche aussah, doch diese Ehre gebührte Maya Sinclair, denn sie war Daves süße Cherry, die vor zwei Tagen geheiratet hatten.

Ich seufzte unter der Erinnerung, der unfassbar romantischen Hochzeit, was mich zurück zu meiner Einsamkeit brachte. Gab es eigentlich kein graues oder schwarzes Obst, um meiner Traurigkeit das passende Image zu verpassen? Wie wäre es mit einem Tisch, auf dem sich das Dörrobst stapelte? Lacey, auch Miss Apricot genannt, bemerkte meinen verzweifelten Blick, den ich inzwischen auf meine Sandalen mit den aufgeklebten Stoffzitronen richtete. Doch es war zu spät, sie marschierte auf mich zu. River, die Quentin liebevoll Apple nannte, winkte mir von ihrem Apfeltisch aus zu. Auf Golden Island gab es so einige Fruit-Lover, die die Lieben ihres Lebens gefunden hatten; die eine wahre Liebe, die einfach alles veränderte.

Laceys apricotfarbenes Kleid umspielte bei jedem Schritt ihre Knie und der Lippenstift in einem warmen Orangeton schmückte ihre vollen Lippen, die sie schürzte, sobald sie mich erreichte.

„Musst du nicht deinen Tisch beaufsichtigen? Früchtelst du gerade fremd?“, fragte ich mit heiterer Stimme, die Lacey leider nicht täuschte. Denn sie richtete ihren berühmt-berüchtigten Lacey-Blick auf mich, der mich innerlich aufstöhnen ließ.

„April Green, wenn du Eric willst, musst du ihn dir einfach schnappen! Warum gehst du nicht zu ihm und ich passe währenddessen auf deinen Tisch auf.“

„Du hast doch selbst genug zu tun, schau, da steht bereits eine Schlange vor den Aprikosen, die es kaum erwarten kann, sich an all den Leckereien zu laben.“

„Das Argument zieht nicht, denn River hilft mir“, verkündete sie energisch und ich wusste, dass sie sich nicht kampflos verziehen würde.

Erneut huschte mein Blick zu Eric, in den ich mich verliebt hatte, leider so richtig. Sobald ich bloß an ihn dachte, breitete sich ein Sehnen in mir aus, das zur selben Zeit wunderschön und ernüchternd auf mich einwirkte. Er stand mit einer unfassbar bezaubernden Dunkelhaarigen zusammen, die optisch einfach perfekt zu ihm passte. Sicherlich würden sie Babys bekommen, die bereits auf der Säuglingsstation zu Miss und Mister Baby gekürt wurden.

Eifersüchtig war ich dennoch nicht, denn er hielt sie freundlich distanziert auf Abstand. Ich wünschte wirklich, dass ich die eine Ausnahme für ihn wäre, die er nicht auf diese unaufdringliche, überaus frustrierende Weise behandelte. Schließlich verbrachten wir viel Zeit miteinander, gingen regelmäßig essen, wandern oder ins Kino. Eric hatte mir als Malerin zum großen Durchbruch verholfen, da er etwas in mir gesehen hatte, das allen anderen Galeristen, bei denen ich mich in San Francisco und in anderen Städten vorgestellt hatte, entgangen war. Er hatte erst mich, dann meine Mappe betrachtet, mit diesen eindringlichen Augen, die nicht bloß ein Kribbeln auf meiner Haut verursachten. Noch immer fühlte ich mich jedes Mal gefangen, sobald er seine Aufmerksamkeit auf mich richtete.


Sonntag, 20. Juni 2021

Silent Snowflakes of Love, jetzt neu

 



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Des Weiteren gibt es auch eine Hardcoverausgabe bei Amazon = gebundene Ausgabe. 


Das Innenleben vom Hardcover hat wunderschöne Kapitelbildchen, jedes Kapitel ein anderes Bild.





Ich musste mir bei Facebook eine neue Autorenseite anlegen, da mein alte gekapert wurde und ich keine Hoffnung habe, sie jemals wiederzubekommen. Alle Tools, die Facebook zur Verfügung stellt, sind nur für private Seiten.

Ihr findet mich ab jetzt unter:

Autorin Linda Mignani bei Facebook  (Linda Mignani - Autorin Linda Mignani)





Donnerstag, 3. Juni 2021

Silent Snowflakes of Love

 




In wenigen Tagen erscheint Silent Snowflakes of Love. 

Liebe Leser,

dies ist ein Roman für das Leben. Dass man nie die Hoffnung aufgeben darf, dass Licht und Schatten sich ergänzen, da Helligkeit ohne Dunkelheit nicht existieren kann, Dunkelheit ohne Helligkeit an Bedeutung verliert, Helligkeit ohne Dunkelheit an Strahlkraft einbüßt. Wir die Sonne ohne Kälte nicht zu schätzen wüssten. Dass Regen ebenso schön ist, wie ein strahlend blauer Himmel.

Nach einem Anstieg kommt immer ein Abstieg, sofern man sich traut weiterzugehen. Ein Tal braucht Berge, um seine ganze Schönheit zu entfalten.

Die Geschichte von Mark und Rhonda habe ich im wunderschönen Oberallgäu platziert, das Land, das mit dem Himmel kuschelt. Gaststätten, Hotels und auch der Friedhof sind fiktiv.

Dieser Roman ist kein Weihnachtsroman, obwohl er den Zauber der Weihnacht einfängt, Nächte, in denen einfach alles möglich ist. Man muss nur fest daran glauben.


Hier habe ich eine Leseprobe für euch.

Mark Herbst, Gegenwart

 Der wummernde Herzschlag reißt mich aus dem Schlaf, genau wie an jedem einzelnen Tag, seitdem ich Nila verloren habe. Eiskalter Schweiß bricht auf meinem Körper aus, da meine stärkste Gier mich ungebremst trifft. Sie ist ein verführerisches Monster, das mich umschmeichelt und meinen Verstand trübt, bis sich Gegenwart und Vergangenheit untrennbar vermischen. Ich mir sogar einbilde, den typischen Niladuft nach Rosen und ihr selbst noch wahrzunehmen. In diesem Moment spüre ich sie wie einen Schauder auf der Haut. Unweigerlich beißt die Realität nach diesen herzbrechenden Sekunden gnadenlos zu.

Nie wieder werde ich ihre Stimme oder ihr Lachen hören.

Nie wieder werde ich ihren warmen, weichen Körper in den Armen halten.

Mein Flehen, für immer einzuschlafen, um bei ihr zu sein, bleibt ungehört. Am liebsten würde ich mir das Herz aus der Brust reißen. Ein feiger Gedanke, denn ich kann der eigenen Hölle nicht entkommen.

Bis in die Unendlichkeit …

Schuld nagt sich zu meinen Eingeweiden durch.

Hätte ich doch nur …?

Warum habe ich nicht …?

Wieso musste ich ...?

Ich zwinge mich, mit der Selbstzerfleischung aufzuhören, denn ich kann die Antworten auf diese Fragen nicht ändern. Es ist zwar sinnlos, trotzdem setze ich mich auf, greife neben mich und presse ihr Kopfkissen an mein Gesicht, als könnte diese verzweifelte Geste mich ihr näherbringen. Mehrere Male atme ich ein, lege das Kissen zurück und streiche die Oberfläche glatt.

Eisige Luft weht durch das offenstehende Fenster herein, sodass ich nach draußen schaue. Für heute ist schwerer Schneefall vorausgesagt und ich erkenne die Vorboten deutlich: Das fahle Licht, die zugleich unheimliche und besänftigende Stille, die zunehmen wird, sobald die Flocken anfangen zu fallen und alles in einen friedlichen Kokon einhüllen.

Genau wie damals …

Meine Augen brennen mit den ungeweinten Tränen, die ich vehement zurückdränge. Dafür ist später ein besserer Moment, wenn ich bei ihr bin, um mich zu verabschieden. Dennoch verzehre ich mich nach dem kurzen befreienden Gefühl, die sie mit sich bringen. Vor Nilas Tod habe ich überheblich gedacht, dass mich nichts aus der Bahn werfen könnte, ich mit allem fertig werde, egal, wie schlimm es ist oder wird. Allerdings war ich damals nicht allein, sondern hatte eine furchtlose Kämpferin an meiner Seite, die alles für mich getan hätte. Auch ich wäre durch jedes Feuer gesprungen, um ihr zu helfen. Ich würde mein Leben sofort für ihres eintauschen. Meine Hände zittern, als ich den silbernen Bilderrahmen in die Hand nehme, um das Foto zu betrachten. Nila liebte silberne Deko und die sorgfältig ausgesuchten Stücke stehen überall im Haus, das kein Zuhause mehr für mich ist. Obwohl jeder Zentimeter in der umgebauten Scheune Nila ist, entgleitet sie mir fortwährend. Einerseits fürchte ich das Unvermeidliche, andererseits sehne ich es herbei.

Ich betrachte ihr vertrautes Gesicht mit den blaugrauen Augen, die genauso in die Kamera lächeln wie ihre Lippen es tun. Mein Blick landet auf ihrem mittelblonden Haar und ich erinnere mich so heftig an die seidigen Strähnen, dass erneut dieser schreckliche Kloß mir die Kehle zuschnürt. Das muss endlich aufhören. Ich weiß das. Natürlich hätte Nila nicht gewollt, dass meine Trauer um sie nie nachlässt. Vielleicht heilt die Zeit wirklich Wunden, wenn unzählige Tage an einem vorüberziehen, oder mindert sie wenigstens ab. Meine Wunden verheilen jedoch nicht, ich kann nur versuchen, mich mit ihnen zu arrangieren. Denn meine Trauer ist mit Schuld vermischt und ich kann beides nicht loslassen, da ich es nicht verdiene, Frieden zu finden. Dieser Gedanke hat sich in mir festgekrallt und endlich bin ich bereit, mich von ihm zu befreien.

Vorsichtig stelle ich das Foto zurück, streichele mit den Fingerspitzen über Nilas Wange und schwinge mich aus dem Bett. An dem heutigen Heiligabend habe ich viel zu tun. Das klopfende Geräusch treibt mir ein Lächeln aufs Gesicht, da Vanillos Rute mit zunehmender Stärke auf sein blaukariertes Hundebett schlägt. Welche Rassen in ihm stecken behält er für sich, doch auf jeden Fall steckt ein Hütehund in ihm, der es sich zur Aufgabe macht, jedes Lebewesen in sein Herz zu schließen und auf es aufzupassen.

Als ich ein Kind war, lagen Hunde auf Decken oder auf dem Fußboden. Vanillo dagegen hat mehrere kuschlige Rückzugsorte mit orthopädischen Matratzen und flauschigen Decken, sofern er nicht neben mir auf dem Sofa oder dem Bett liegt. Ich hocke mich zu ihm und kraule ihn an seiner Lieblingsstelle zwischen den cremefarbenen Stehohren. Von wegen, der Hund darf nicht auf die Couch oder ins Bett! Diese Regel haben Nila und ich bereits am ersten Tag gebrochen, um genau zu sein, hat es keine fünf Minuten gedauert, bis wir den flauschigen Minikerl zu uns auf die Polster gehoben haben.

„Möchtest du raus?“

Ganz deutlich gähnt Vanillo ein Ja, ehe er sich auf die Beine rappelt und sich genüsslich streckt. Ich beneide ihn um seine Gelenkigkeit. Nach einem kurzen Besuch im Bad, ziehe ich mir einen warmen Jogger und Socken über, verlasse das Schlafzimmer und laufe, begleitet von Vanillo, den breiten Korridor entlang zur Haustür. Von ihm gehen alle Zimmer der umgebauten Scheune ab. Mein Nacken prickelt auf einmal und mir stellen sich sprichwörtlich die Haare auf. Bei Vanillo tun sie es tatsächlich. Er bleibt ebenso angewurzelt stehen wie ich und starrt zur Tür von Nilas Atelier. Vanillo ist eigentlich mehr Schaf als Hund und tut wirklich niemandem etwas, dennoch kommt ein tiefes Grollen aus seiner Kehle, sodass mir obendrein eine Gänsehaut über den Körper rieselt. Gemeinsam setzen wir uns wie ferngesteuert in Bewegung und nähern uns der Tür, einfach, weil wir uns überzeugen müssen, dass unsere Sinne uns lediglich einen Streich spielen. So lieb Vanillo auch ist, einen Einbrecher hätte er auf der Stelle bemerkt und dann wäre seine Reaktion ein Dauerbellen.

Deine Angst ist albern!

Ungeachtet dessen kostest es mich Überwindung, die Klinke zu packen, - wobei ich bemerke, dass meine Handfläche schweißnass ist -, sie hinunterzudrücken und die weiße Tür aufzustoßen. Eisige Luft schlägt mir entgegen. Das ist nicht verwunderlich, weil die Heizung nachts herunterfährt und erst vor ein paar Minuten angesprungen ist. Dennoch erinnert es mich an die Klischees aus Gruselfilmen. Fehlt bloß noch der Puppenwagen, der durch mein Sichtfeld rollt. Jedoch verflüchtigt sich das befremdliche Empfinden sofort, als ich Nilas Atelier betrete. Alles ist fast noch genauso, wie sie es vor zwei Jahren hinterlassen hat. Nur das Wasser habe ich aus den Gläsern geschüttet. Die Farben auf dem Eierteller aus Keramik mit den Einbuchtungen sind schon längst eingetrocknet. Nila fand, dass der Teller die beste Palette aller Zeiten wäre. Ein Schaukelpferd steht in einer Ecke, davor liegen mit Weihnachtspapier umwickelte Geschenke, die seit dem Morgen des verhängnisvollen Tages darauf warten, Freude zu schenken. Das Einzige, was ich an Heiligabend erneuere, ist ein Baum, den ich mit unzähligen Kugeln und Lichtern schmücke. Der Baum steht bereits im Abstellraum und wartet darauf, dass ich ihn im prachtvollen Glanz erstrahlen lasse. Dem Atelier haftet eine ganz besondere Stimmung an, weil Nila diesen Ort über alles geliebt hat. Sie konnte sich völlig in ihrer Arbeit verlieren und hat den Luxus geschätzt, nach all den Jahren in einer beruflichen Zwangsjacke, ihre größte Passion endlich ausleben zu dürfen.