Donnerstag, 31. Dezember 2020

2021

 


Freitag, 25. Dezember 2020

Schöne Weihnachten

 


Samstag, 17. Oktober 2020

Silent Snowflakes of Love

 Als nächstes erscheint ein romantischer Winterroman von mir, der mir schon lange auf der Seele brennt. Er hat natürlich ein Happy End. 

So sieht das Cover aus:


Leseprobe:

Mein wummernder Herzschlag reißt mich aus dem Schlaf, genau wie an jedem einzelnen Tag, seitdem Nila gestorben ist. Eiskalter Schweiß bricht auf meinem Körper aus, da meine sehnlichste Gier mich ungebremst trifft. Sie ist ein verführerisches Monster, das mich umschmeichelt und meinen Verstand trübt, bis sich Gegenwart und Vergangenheit vermischen. Ich bilde mir ein, dass ich den typischen Niladuft nach Rosen und ihr selbst noch wahrnehmen könnte. Aber ihre Stimme, ihr Lachen, das Gefühl, ihren warmen, weichen Körper in den Armen zu halten, verblassen immer mehr in meinen Erinnerungen. Manchmal jedoch, so wie in diesem Moment, spüre ich sie wie einen Schauder auf der Haut, bis ich realisiere, dass ich Nila verloren habe. Oft träume ich davon, dass es nicht so wäre und flehe darum, dass ich für immer schlafen könnte, um bei ihr zu sein.

Bis in die Unendlichkeit …

Schuld nagt sich bis zu meinen Eingeweiden durch.

Hätte ich doch nur …?

Warum habe ich nicht …?

Ich zwinge mich dazu, mit der Selbstzerfleischung aufzuhören, denn ich kann die Antworten auf diese Fragen nicht ändern. Es ist zwar sinnlos, trotzdem setze ich mich auf, greife neben mich und presse ihr Kopfkissen an mein Gesicht, als könnte diese verzweifelte Geste mich ihr näherbringen. Am liebsten würde ich mir das Herz aus der Brust reißen. Oft habe ich mir gewünscht, dass dies jemand anderes für mich erledigen würde. Ein feiger Gedanke, denn diese Bürde ist ganz allein meine.

Kühle Luft weht durch das offenstehende Fenster herein, sodass ich nach draußen schaue. Für heute ist schwerer Schneefall vorausgesagt und ich erkenne die Vorboten deutlich: Das fahle Licht, die zugleich unheimliche und besänftigende Stille, die noch zunehmen wird, sobald die Flocken anfangen zu fallen und alles in einen friedlichen Kokon einhüllen. Genau wie damals …

Meine Augen brennen mit den ungeweinten Tränen, die ich vehement zurückdränge. Dafür ist später ein besserer Moment, wenn ich bei ihr bin. Dennoch verzehre ich mich nach dem kurzen befreienden Gefühl, die sie mit sich bringen. Vor Nilas Tod habe ich überheblich gedacht, dass mich nichts aus der Bahn werfen könnte, ich mit allem fertig werde, egal, wie schlimm es ist. Allerdings war ich damals nicht allein. Meine Hände zittern, als ich das Kissen zurücklege und stattdessen das letzte Foto von ihr in die Hand nehme. Es steckt in einem silbernen Rahmen. Nila liebte silberne Deko und die sorgfältig ausgesuchten Stücke stehen überall im Haus, das kein Zuhause mehr für mich ist. Obwohl jeder Zentimeter in der umgebauten Scheune Nila ist, entgleitet sie mir fortwährend.

Ich betrachte ihr vertrautes Gesicht mit den graugrünen Augen, die genauso in die Kamera lächeln wie ihre Lippen es tun. Mein Blick landet auf ihrem mittelblonden Haar und ich erinnere mich so heftig an ihr Rosenshampoo, dass erneut dieser schreckliche Kloß mir die Kehle zuschnürt. Das muss endlich aufhören. Ich weiß das. Natürlich hätte Nila nicht gewollt, dass meine Trauer um sie nie nachlässt. Vielleicht heilt die Zeit wirklich Wunden, wenn unzählige Tage an einem vorüberziehen. Doch meine Trauer ist mit Schuld vermischt und ich kann beides nicht loslassen, da ich es nicht verdiene, Frieden zu finden.

Vorsichtig stelle ich das Foto zurück, streichele mit den Fingerspitzen über Nilas Wange und schwinge mich aus dem Bett. An dem heutigen Heiligabend habe ich viel zu tun. Das klopfende Geräusch treibt mir ein Lächeln aufs Gesicht und Vanillos Rute schlägt mit zunehmender Stärke auf sein dunkelgraues Hundebett.